Jakobiäpfel, Fallobst & Cider-Apfelmus

Vor einer Woche ernteten wir die ersten reifen Äpfel. Wir haben einen frühen Sommerapfelbaum im Obstgarten. Es ist eine alte Tafelobstsorte, der weißer Klaraapfel genannt wird. Ein kleiner, hellgelber etwas mehliger Apfel, der nach der Ernte schnell verarbeitet werden sollte, da er im Gegensatz zu anderen Sorten nicht lange gelagert werden kann. Die Sorte eignet sich aber hervorragend für Apfelmus. In Bayern ist der Apfel auch unter dem Namen Jakobiapfel bekannt, zumindest hat ihn unser Opa immer so genannt. Im Norden nennt man ihn auch Kornapfel. Das liegt daran, dass seine Reife landwirtschaftlich gesehen auf die Getreideernte und den Jakobitag um den 25. Juli fällt.

Dieser Sommer ist nicht nur unglaublich heiß und lang, er bescherrt uns auch eine unglaublich große Apfelernte. Der reine Wahnsinn, welche Mengen an Äpfeln dieses Jahr in den Bäumen bei uns im Obstgarten hängen. Wenn man bedenkt, dass wir im letzten Jahr auf Grund von spätem Frost eigentlich gar keine Äpfel hatten. Dieses Jahr werden wir im Oktober aus den spätreifen Mostsorten wieder ordentlich viele Liter Saft pressen und neuen Cider herstellen. Auf Cider Nachschub freuen wir uns natürlich schon besonders!

Leider sind diese Woche an einem der späten Mostbäumen schon zwei Äste einfach abgebrochen. Irgendwie auch unsere eigene Schuld. Einen Tag vorher haben wir noch darüber gesprochen, dass wir die Äste am Besten bald abstützen müssten, weil....Krach, Ätz, BUUUM zu spät schon runtergebrochen. Mist!

Nun hatten wir plötzlich kistenweise halbreife Mostäpfel. Einen Teil haben wir für die Pferde reserviert, aber mehr als ein paar Äpfel pro Pferd und Tag kann man auch nicht füttern.

Zum Essen sind sie zu sauer. Saft werden wir im Oktober noch genug machen aus dem Rest. Also was tun?

So haben wir einen Teil der Mostäpfel mit den reifen Jacobiäpfeln einfach gemischt und zu Apfelmus verkocht - als Vorrat für die kommenden Wintertage! Uns fallen auf der Stelle zahlreiche Kombinations- und Verwendungsmöglichkeiten ein: für Pfannenkuchen, Michreis und Frühstücksporridge oder einfach zum pur Löffeln.

Für den besonderen Geschmack haben wir ein paar Flaschen unseres selbstgekelterten naturtrüben Ciders geopfert (naja Nachschub ist ja absehbar). Keine Angst, der Alkohol verflüchtigt sich beim Kochen. Der Geschmack von Cider in Kombination mit den Gewürzen ist einfach herrlich. Wenn du keinen trockenen naturtrüben Cider findest, kannst Du ersatzweise auch natürtrüben Apfelsaft verwenden.


CIDER-APFELMUS

 

SO WIRDS GEMACHT:

 

Für das Cider-Apfelmus die Äpfel schälen und das Kernhaus entfernen. Normalerweise nehme ich die frühen Jakobiäpfel. Diesmal mische ich die beiden Sorten (reife Jacobiäpfel und sauren Bohnapfel). Vierteln und gleich in eine Schüssel Wasser mit Spritzer Zitronensaft, sonst werden sie braun.

 

Äpfel mit 5 EL Zucker (wer es weniger süß mag kommt auch mit 3 EL aus), 350ml Cider(alternativ geht auch naturtrüber Apfelsaft) und den Gewürzen (Lorbeer, Zimt, Muskatnuss) mit zugedecktem Deckel bei mittlerer Hitze 30 Minuten köcheln bis die Äpfel leicht zerfallen. Lorbeerblätter wieder raus nehmen.

 

Dann bei offenem Deckel nochmal 10 Minuten weiterköcheln bis die Flüssigkeit weitestgehend verdampft ist.

 

Fülle das heiße Apfelmus in saubere Gläser  und stelle die verschlossenen Gläser kopfüber zum Abkühlen auf ein Geschirrtuch.

 

Das Mus ist ungeöffnet so mindestens ein Jahr haltbar.

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Susanne (Mittwoch, 15 August 2018 16:00)

    So großartig euch auf Instagram entdeckt zu haben! Jetzt muss die Schwester in München Umland ganz bald besucht werden!