Komm wir gehen in die Schwammerl

...so sagt man bei uns in Bayern. Ein Schwammerl ist nichts anderes als ein Pilz und der sonnig und zugleich feuchtwarme Altweibersommer/Frühherbst die beste Zeit dafür zum "Schwammerl" suchen aufzubrechen. Dann herrschen die besten Bedingungen, um mit gefülltem Korb und einem freudigen Grinsen auf dem Gesicht wieder aus dem Wald zu kommen. Der Zeitraum zwischen Mitte September und Anfang Oktober eignet sich am Besten für diese Art der Sammelfreuden. Komm doch einfach mit und begleite uns in diesem Blogbeitrag beim Pilzesammeln....

Unser kleiner Ausflug in den angrenzenden Wald liegt nun zwar schon wieder gut zwei Wochen zurück. Leider sind wir nicht schneller dazu gekommen den Artikel zu schreiben. Trotzdem möchten wir euch heute davon erzählen, auch wenn die schöne Schwammerlzeit, zumindest was das Selbersammeln angeht, sich nun langsam dem Ende zu neigt.

 

Eine Bitte vorweg: geht nachhaltig im Wald sammeln und nehmt auch wirklich nur so viel ihr selber essen könnt. Das Bundesnaturschutzgesetz spricht hier von geringen Mengen und meint maximal zwei Kilo pro Haushalt. Grob gesagt soviel wie man für ein bis zwei Mahlzeiten essen würde. Mehr sollte man schon allein auch wegen Strahlungs- und Schwermetallbelastung der Waldpize ohnehin nicht essen. Ein Messer und in kleines Körbchen, mehr braucht man dazu nicht. Reisst die Pilze nicht aus sondern schneidet sie vorsichtig mit einem kleinen Messer ab und deckt den zurückbleibenden Strunk wieder mit Waldboden ab, damit der Pilz erneut wachsen kann. So habt ihr auch die Chance während der Pilzzeit eventuell öfter an der selben Stelle ernten zu können.

Unseren ersten und wohl auch außergewöhnlichsten Fund haben wir jedoch nicht im Wald, sondern auf dem Weg dorthin gemacht. Auf der angrenzenden Wiese ist uns dieser zugegeben etwas seltsam aussehenden Riesenbovisten sofort ins Auge gesprungen. Wir haben oben im Bild für euch mal eine Hand daneben gehalten, damit ihr die Größe des Pilzes besser sehen könnt. Ein gigantischer Fund, findet ihr nicht auch? Irgendwie erinnert mich dieser Pilz, der übrigens zur Familie der Champignions gehört, an ein Dinosaurierei oder etwas das zumindest nicht von dieser Welt zu sein scheint! Es soll wohl schon Funde bis 11 kg und einen halben Meter Durchmesser gegeben haben!

 

Man findet sie auch oft auf Streuobstwiesen. Er wächst kreisartig in sogenannten Hexenzirkeln. Die Haut ist lederartig und sein Inneres fühlt sich an wie fester Schaumstoff. Solltet ihr einmal auf so einen Pilz stoßen und er fühlt sich weich an oder zeigt erste olivefarbene Verfärbungen, dann lasst ihn links liegen, denn dann ist er schon zu alt. Wenn er auch nur einen geringen Eigengeschmack hat ist er essbar. Paniert und in der Pfanne ausgebacken gibt er eine gute fleischlose Alternative zum Schnitzel ab.

Dieser kleine rote Waldbewohner sieht zwar wunderschön aus, ist aber wie jeder (hoffentlich) weiß giftig! Apropo giftig: bei fehlender Pilzkenntnis empfiehlt es sich, die ersten Schwammerlsuchen in Begleitung eines erfahrenen Sammlers zu machen und sich genaue Merkmale einiger weniger Pilze, die häufig vorkommen erklären zu lassen und gut einzuprägen. Wenn ihr euch bei der Bestimmung eines Pilzes nicht ganz sicher seit, lasst ihn im Zweifel lieber da wo er ist. Es gibt genügend Pilze, die man leicht erkennen kann und bei denen man nichts falsch machen kann.

Unten im Bild seht ihr Maronen-Röhrlinge und Birkenpilze. Birkenpilze wachen wie der Name vermuten lässt im näheren Umfeld von und in Symbiose mit Birken und der ihr Stiel sieht auch birkenartig aus.

Unser Körbchen ist nun voll. Die frische Waldluft macht uns unglaublich hungrig...also nichts wie nach Hause und Pilze putzen. Zum Putzen der Pilze braucht ihr diese nicht waschen. Ihr schneidet einfach unschöne Stellen mit dem Messer vorsichtig aus. Sollten ie stark verschmutzt sein, dann könnt ihr natürlich mit einer kleinen Bürste und etwas Wasser vorsichtig nachhelfen, aber eigentlich ist das nicht nötig.

 

Wichtig ist, dass die Pilze rasch verarbeitet werden und nicht tagelang im Kühlschrank verbleiben. Solltet ihr nicht gleich alle essen wollen, solltet ihr sie trotzdem gleich putzen und am besten Einfrieren. Natürlich könnt ihr die Pilze auch super trocknen (dünn aufgeschnitten im Ofen bei 70 Grad etwa 2 Stunden)  oder  ihr legt die gebraten Pilze in Öl ein.  Am Besten schmecken die Waldschätze aber frisch, wir haben euch unser Rezept für eine leckere Waldpilzpizza gleich unten zum Ausprobieren angehängt.

 

WALDPILZPIZZA (1 BLECH)

 

SO WIRDS GEMACHT:

 

 

ZUTATEN:

 

Für den Teig:

25 g Hefe

250 ml lauwarmes Wasser

1 TL Zucker

400 g feines Dinkelmehl

10 g Salz

Mehl zum Ausrollen

Olivenöl (extra vergine)

 

Für den Belag:

gesammelte Waldpilze geputzt und in Scheiben geschnitten

1 Becher Schmand

frische Petersilie grob gezupft

grob geraspelter, würziger Bergkäse

Pfeffer und Fleur de Sel nach Geschmack zum Würzen

 

ZUBEREITUNG

  1. Hefe in eine Schüssel zerbröckeln & mit der Hälfte des Wassers und Zucker auflösen. Etwa 100 g Mehl dazu mischen und daraus eine Art "Vorteig" erstellen, der dann 30 Minuten zugedeckt ruhen soll.
  2. Das restliche Mehl auf eine Arbeitsfläche sieben, Salz dazu und in eine Mulde im Mehl den Vorteig geben.
  3. Nach und nach das restliche Wasser hinzugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den fertigen Teig zugedeckt nochmal 1 Stunde an einem warmen Platz aufs doppelte Volumen gehen lassen.
  4. Den Teig auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen und auf ein Backblech (damit er nicht anklebt, legen wir Backpapier darunter, ihr könnt das Blech aber auch mit Olivenöl bestreichen) und dann etwas Olivenöl auf den ausgerollten Teig tropfen.
  5. Den Schmand auf dem Teig verteilen. Pilze ebenfalls gleichmäßig verteilen und anschließend mit Bergkäse bestreuen. Die Pizza für etwa 15-20 Minuten im vorgeheizeten Ofen bei 220 Grad Umluft backen. Kurz vor dem Servieren streuen wir noch reichlich frische Petersilie über die Pizza. Wer mag, kann auch noch frisch gemahlenen Pfeffer und Fleur de Sel drüber machen. Fertig!

Aus dem Ofen gleich auf den Tisch und mit einem schönen Glas Weißwein (ein Riesling passt ganz gut) oder Apfelcider genießen. Wir haben dazu noch einen herbstlichen Gartensalat (aus Blutampfer, Kapuzienerkresse, Zuckerhut, Rotebeetebläter und Mangold) mit Kräuterjoguhrtdressing und Walnüssen gegessen.

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Andrea L'Arronge (Sonntag, 14 Oktober 2018 17:49)

    Mach ich auf jeden Fall nach!!