Slow Winter Kitchen 1 / Schwarzwurzel

Vor Weihnachten haben wir es uns mit „comfort food“, mit Plätzchen und anderen Leckereien besonders schön gemacht. Das war toll und auch genau richtig so. Denn Genuss gehört zu einem guten Leben einfach dazu. Aber im Januar ist es dann wieder Zeit für uns auch wieder zu gesünderen Routinen zurückzukehren. Ganz persönlich verzichte ich im Januar komplett auf Alkohol und versuche so viel saisonales Gemüse wie möglich in den Speiseplan einzubauen. Welches Gemüse im Winter Saison hat und wie Kohl & Co. so richtig lecker sein können…. in unserer mehrteiligen Serie “Slow Winter Kitchen”.

Slow living beginnt für uns auch schon bei der Auswahl der Nahrungsmittel, die wir ernten, kaufen, kochen und essen. Wir haben das große Glück einen eigenen Garten zu besitzen und mit wenigen Schritten viele Naturschätze auch direkt vor unserer Haustüre sammeln zu können. Das dies nicht selbstverständlich ist, haben wir wieder schätzen gelernt, als wir uns auf den Weg zurück aufs Land für etwas mehr Freiheit und selbstbestimmtes Leben gemacht haben.

BACK TO THE ROOTS - Jede Zutat hat ihre eigene Saison

Zurück zu den Wurzeln ist für uns deshalb mittlerweile nicht nur ein Sinnbild für die Reise zurück und so zu leben, wie aufgewachsen sind….erst von der Stadt zurück auf den elterlichen Hof …und nun seit ein paar Jahrenauf einem eigenen kleinen Hof mit Küchengarten und Hühnern mitten im Wald in Südschweden. Für uns steht es auch dafür, etwas von Lebensweise unserer Vorfahren selbst zu erfahren. Natürlich sind wir froh, nicht in derselben entbehrungsreichen Zeit leben zu müssen. Anders als unsere Grosseltern können und müssen wir uns nicht allein von dem, was bei uns wächst und gedeiht selbst versorgen. Aber darum geht es unserer Meinung nach auch gar nicht.

Durch unseren eigenen Garten bekommen wir ständig neue Impulse. Sei es bewusster zu konsumieren oder für die Wertschätzung der Nahrungsmittel, in die wir im eigenen Garten oder andere kleine Produzenten das ganze Jahr über viel Arbeit stecken. Lange wurde Wurzelgemüse und Kohl als „arme Leute Essen“ oder Tierfutter verpönt und fand selten seinen Weg auf die heimischen Teller. Dabei hat die traditionelle Winterküche durchaus viel zu bieten. Ich freue mich mittlerweile jedes Jahr aufs Neue, mich auf den Winter und seine Auswahl einzulassen und mit dem kreativ zu werden, was er zu bieten hat. Hier eine Liste für dich als Inspiration für deinen nächsten Einkaufszettel.


Saisonal & Regionales Wintergemüse/Obst:

Apfel, Birne, Blumenkohl, Butterrüben, Feldsalat, Grünkohl, Hagebutte, Haselnuss, Kartoffel, Kürbis, Kohlrabi, Knollensellerie, Lauch, Maronen, Meerrettich, Pastinake, Petersilienwurzel, Pilze, Postelein/Portul, Rosenkohl, Rote Bete, Rotkraut, Romanesco, Radicchio, Rettich, Rote Bete, Schlehen, Schwarzwurzel, schwarzer Rettich, Spinat, Spitzkohl, Steckrübe, Stoppelrübe, Walnuss, Weißkraut, Wirsing, Zwiebel, Zitrusfrüchte aus Europa.


Als wir begannen uns mit unserem Garten zu beschäftigen, sind wir zwangsläufig auch damit in Berührung gekommen. Wir waren überrascht, welche Vielfalt da vor unseren Füßen im Boden schlummerte. Besonders jetzt, da die meisten Felder abgeerntet und frisches Gemüse nicht mehr in Hülle und Fülle zur Verfügung steht. Seitdem können wir uns eine Winterküche ohne Wurzelgemüse oder Kohl nicht mehr vorstellen. In diesem und den nächsten Blogbeiträgen werde ich ein paar Lieblings- Winterrezepte mit dir teilen, wo Wurzeln, Kohl und Co. die Hauptrolle spielen werden.

Schwarzwurzel - der nussig, erdige Winterspargel

Heute starten wir mit etwas, das du bestimmt noch nicht oft auf den Teller hattest: Schwarzwurzeln! Ungeschält sehen sie so aus, wie im Bild oben. Du bekommst Schwarzwurzeln aus heimischen Freilandanbau von Herbst bis Anfang Februar im gut sortierten Einzelhandel, in vielen Biomärkten, am Wochenmarkt oder regional in vielen Bauernhofläden. Die unscheinbare Wurzel hört auch auf den Namen „Winterspargel“ und ähnelt seinem bekannten Verwandten nur optisch. Die Schwarzwurzel ist eher fest wie Pastinaken und der Geschmack ist würzig und leicht nussig.

Schwarzwurzel Tarte

SO WIRD'S GEMACHT:

ZUTATEN

Für ca. 4-6 Personen 

200 g Mehl
 2 TL Salz
 130 g kalte Butter
 6 Bio-Eier
 1 Becher Sahne
 Salz & Pfeffer
 1 kg Schwarzwurzel
 Frische Petersilie

ZUBEREITUNG

Die Schwarzwurzeln schälen, gut abspülen und sofort in Essigwasser legen. Achtung, die austretende Schwarzwurzelmilch ist sehr klebrig und macht Flecken. 

Mehl, Butter, Salz und 1 Ei mit der Hand zu einem Teig kneten. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und in eine mit Backpapier ausgelegte Tarteform legen. Ein paar Mal mit der Gabel einstechen, damit der Teig besser durch bäckt.

Im vorgeheizten Backofen bei 180°C Ober- und Unterhitze für etwa 5 Minuten kurz vorbacken. Tarte herausnehmen und die Schwarzwurzel im Ganzen drauf legen. Sahne, Eier, gehackte Petersilie, Salz und Pfeffer verquirlen und darüber gießen. Etwas geriebenen Bergkäse darüber streuen und für weitere 30 Minuten im Backofen fertig backen.  


Das Rezept ist aus unserem ersten Kochbuch “Farmmade”, welches im Hölker Verlag erschienen ist.

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Zeit zum Reflektieren und Entschleunigen